AmourLinen Journal
Posted on

Creative Conversations #10: Teklė Šečkutė

Read next: Creative Conversations #9: Kornelija Zalpyte

Teklė Šečkutė

Teklė arbeitet mit Blumen. Sie ist in einem Garten aufgewachsen, war ein paar Jahre lang Grafikdesignerin und kehrte dann zu dem zurück, was sie schon als kleines Mädchen getan hatte: arrangieren, anfassen, spielen.

Ein Gartenkind

Hallo!
Hallo, ich bin Teklė. Und tatsächlich bin ich in genau diesem Garten aufgewachsen.

Was hat dir der Garten beigebracht?
Meine Mutter hat mir viel über Blumen beigebracht. Ich weiß noch, dass ich schon als Kind völlig fasziniert von ihnen war. Meine Eltern haben immer gelacht und gesagt, ich solle mir einfach einen Beruf suchen, in dem ich Blumen pflücken und damit Geld verdienen kann. In einer etwas anderen Form hat sich dieser Traum also erfüllt.

Was hast du all die Stunden dort draußen gemacht?
Vor allem mit Blumen gespielt. Feenhäuser gebaut. Mir Blütenblätter auf die Nägel geklebt und mir damit Maniküren gemacht. Ich war immer ein Gartenkind. Es war meine Art, eine Verbindung zur Natur zu finden, zu den Pflanzen.

Kein gerader Weg

Wie bist du von dort zu den Blumen gekommen?
Der Weg war nicht gerade. Angefangen habe ich als Grafikdesignerin, Design hat mich sehr interessiert, aber ich hatte immer das Gefühl, dass etwas fehlt.

Was hat gefehlt?
Ich war es irgendwann wirklich leid, am Computer zu arbeiten. Meine Kreativität steckte wie in einem Rahmen, in einer kleinen Schublade, und ich konnte sie nicht so ausleben, wie ich wollte. Außerdem fehlte mir das Arbeiten mit den Händen — Dinge anfassen, Texturen, über die Materialien nachdenken, mit denen ich arbeite. Und weil diese Verbindung zu Pflanzen ja schon da war, war es naheliegend, etwas mit Blumen anzufangen.

Alles nur ein Spiel

Hast du das irgendwo gelernt?
Ich war auf keiner Schule dafür. Es war für mich immer etwas Intuitives.

Beunruhigt dich das nie?
Nein, das ist ja das Schöne daran. Ich glaube wirklich, dass alles nur ein Spiel ist. Erwachsene vergessen, dass wir spielen müssen. Manches ist einfach nicht so ernst. Wenn man sich erlaubt, ein neugieriges Kind zu sein, darf man auch scheitern, Neues entdecken, seltsam und unperfekt sein — und die eigene Stimme finden.

Was wusstest du als Kind, das man leicht vergisst?
Als Kind hast du nicht gedacht: „Was werden die Leute sagen?" Du hast gedacht: „Was macht Spaß?" Genau das ist das Schöne daran, sich das Spielen zu erlauben.

Alles über die Sinne

Deshalb fasst du Dinge an, die man nicht anfassen soll?
Auch im Museum fasse ich gern Dinge an. Ich weiß, das ist ein bisschen verboten, oder zumindest nicht gern gesehen. Aber das Leben über verschiedene Sinne zu erfahren — sehen, anfassen, schmecken — ist eine Art, es wie ein Kind zu entdecken und diese Verbindung zu finden.

Die schwierigen Fälle

Gibt es etwas, das dir noch schwerfällt?
Gelbe Blumen. Sie sind schön, aber sie haben etwas sehr Intensives.

Und Rosen? Es gibt ja das Klischee, dass Rosen für einen bestimmten Frauentyp sind.
Ich mag sie tatsächlich sehr. Es gibt so eine große Vielfalt. Manchmal sind sie einfach etwas schwieriger zu verarbeiten, weil die Stiele oft kurz sind.


Entdecken: Tekle Tables
Mehr entdecken: Summer essentials

Other articlesView all articles